So gewöhnst du deinen Hund an den Trinkbrunnen
Auch wenn er ängstlich ist. Auch wenn er ihn bis jetzt ignoriert.
Dein Hund macht einen Bogen um den Brunnen? Oder er ist erschrocken, als das Wasser anging?
Das ist normal. Und es ist lösbar. Er ist nicht stur. Er ist vorsichtig. Das Ding ist neu, es macht Geräusche, und das Wasser bewegt sich.
Auf dieser Seite steht, wie du ihm hilfst. In vier Schritten. Ohne Druck.
Warum sich das lohnt
Das Wasser im Napf steht. Nach ein paar Stunden setzt sich ein Film an. Der riecht, der schmeckt, und gesund ist er nicht.
Im Brunnen ist das Wasser in Bewegung und wird gefiltert. Es bleibt frisch. Das ist der ganze Grund, warum du ihn gekauft hast.
Die ersten Tage sind Arbeit. Danach hat dein Hund jeden Tag frisches Wasser. Für den Rest seines Lebens. Das ist es wert.
Wie lange dauert das?
Das kommt auf deinen Hund an.
- Der Neugierige: trinkt nach 1 bis 3 Tagen.
- Der Vorsichtige: braucht 1 bis 2 Wochen.
- Der Ängstliche: braucht 2 bis 6 Wochen.
Die meisten Hunde sind vorsichtig. Das ist okay. Wichtig ist nicht, wie schnell es geht. Wichtig ist, dass jeder Schritt sitzt.
Und noch etwas: Hunde mögen fließendes Wasser nicht von Natur aus lieber. Das haben Forscher geprüft. Dein Hund muss das erst lernen. Deshalb braucht es Zeit.
Die drei Regeln
Sie gelten die ganze Zeit.
- Der alte Napf bleibt. Bis dein Hund am Brunnen trinkt. Ein durstiger Hund lernt nichts. Er hat nur Stress.
- Nie drängen. Nicht schieben, nicht führen, nicht den Kopf zum Wasser drücken. Dein Hund entscheidet, wann er hingeht.
- Das Wasser läuft, bevor er kommt. Nie andersrum. Wenn das Wasser anspringt, sobald er näherkommt, erschrickt er. Und merkt sich: Der Brunnen ist gruselig.
Die dritte Regel ist die wichtigste. Fast alle Probleme kommen daher.
Bevor du anfängst
Pack den Brunnen aus, ohne dass dein Hund dabei ist. Folie und Styropor knistern.
Wasch alle Teile mit Seife ohne Duft. Spül den Filter, bis kein schwarzer Staub mehr kommt.
Stell den Brunnen genau dorthin, wo der alte Napf stand. Den alten Napf stellst du daneben. Voll.
Nimm das Halsband ab, wenn eine Marke dran klirrt.
Leg kleine Leckerlis bereit. Die gibt es ab jetzt nur am Brunnen.
Der Plan in vier Schritten
Brunnen aus, Leckerlis daneben
Der Brunnen ist aus und leer. Er ist nur ein Ding, das rumsteht.
Setz dich ein bis zwei Meter weg. Wirf Leckerlis Richtung Brunnen. Erst davor, dann daneben, dann auf den Rand. Dein Hund holt sie, wann er will, und darf wieder weg.
Ist er sehr ängstlich? Leg ein Tuch über den Brunnen. Oder fang mit mehr Abstand an.
Drei bis fünf Mal am Tag, je ein paar Minuten.
Weiter, wenn er die Leckerlis vom Rand holt und entspannt bleibt.
Brunnen aus, aber Wasser drin
Füll Wasser ein. Der Brunnen bleibt aus.
Mach das Leckerli-Spiel weiter. Schöpf Wasser mit der Hand und biete es ihm an. Viele Hunde lecken erst aus der Hand.
Der alte Napf bleibt, aber nur noch halb voll. Ein Stück Hühnchen neben dem Brunnen hilft.
Beste Zeit: nach dem Spaziergang, abends.
Weiter, wenn er an zwei Tagen mehrmals aus dem Brunnen getrunken hat. Auch wenn er aus ist.
Das Wasser läuft, bevor er kommt
Das ist der wichtigste Schritt.
Schalt den Brunnen ein, während dein Hund im anderen Zimmer ist. Dann lass ihn rein. Setz dich zwei Meter weg. Leckerli-Spiel wie vorher.
Hat dein Brunnen nur einen Sensor? Dann lös ihn mit der Hand aus, bevor dein Hund näherkommt. Er soll sehen: Hand, dann Wasser. Nie: Ich komme, und das Wasser springt an.
Lass den Brunnen zwischendurch einfach laufen. So wird das Geräusch normal.
Ist er beim Wasserstart erschrocken? Nicht am selben Tag nochmal. Morgen mit mehr Abstand.
Beim ersten Trinken: Still bleiben. Nicht jubeln, nicht klatschen. Erst wenn er den Kopf hebt, ein ruhiges „fein“.
Weiter, wenn er an drei Tagen hintereinander aus dem laufenden Brunnen trinkt.
Sensor an, alter Napf weg
Jetzt darf der Sensor arbeiten. Bleib die ersten Male dabei. Belohn ihn, wenn das Wasser anspringt und er bleibt.
Zuckt er zurück? Zwei Tage zurück zu Schritt 3.
Den alten Napf stellst du jeden Tag ein Stück weiter weg. Und füllst weniger rein. Trinkt er drei Tage fast nur am Brunnen, kann der Napf weg.
Geschafft, wenn es eine Woche ohne den alten Napf klappt.
Ab jetzt hat dein Hund jeden Tag frisches Wasser. Das war das Ziel.
Wenn er trotzdem Angst hat
Drei Dinge, die schnell helfen:
- Halsband ab. Die Marke klirrt am Rand. Für ihn ist das laut.
- Tuch drüber. Edelstahl glänzt und spiegelt. Ein Tuch nimmt das weg.
- Mehr Abstand. Ein Schritt zurück ist nie falsch.
Und erkenne Stress: Erstarren, Bogen laufen, Ohren anlegen, Lippen lecken, Augenweiß. Nimmt er keine Leckerlis mehr? Auch das ist Stress. Dann: ein Schritt zurück.
Das machst du nicht
- Den Kopf zum Wasser drücken.
- Den Sensor auslösen, während er am Brunnen ist.
- Den alten Napf wegnehmen, damit er „muss“.
- Schimpfen, wenn er zurückweicht.
- Beim ersten Trinken jubeln oder fotografieren.
Wann zum Tierarzt
Trinkt dein Hund 24 Stunden gar nichts, auch nicht aus dem alten Napf? Dann zum Tierarzt. Das hat nichts mit dem Brunnen zu tun.
Zeichen für zu wenig Wasser: klebriges Zahnfleisch, eingesunkene Augen, schlapp.
Häufige Fragen
Wie viel sollte mein Hund trinken?
Etwa 40 bis 60 ml pro Kilo am Tag. Mit Nassfutter weniger. Messen: Drei Tage morgens den Wasserstand mit Klebeband markieren.
Soll ich Brühe ins Wasser geben?
Nur stark verdünnt, ohne Salz, ohne Zwiebel. Danach spülen. Ein Stück Hühnchen daneben reicht oft.
Leitungswasser oder gefiltert?
Am Anfang das gewohnte. Nur eine Sache auf einmal ändern.
Er trinkt nur, wenn ich daneben stehe.
Dann fehlst du, nicht der Brunnen. Geh jeden Tag einen halben Meter weiter weg.
Er hat getrunken und jetzt plötzlich nicht mehr.
Fast immer gibt es einen Grund: Reinigung, Filterwechsel, Umstellen, ein Schreck. Zurück zum letzten Schritt, der geklappt hat.
Zwei Hunde? Oder Hund und Katze?
Erst mit dem entspanntesten üben. Dann einzeln. Eine zweite Wasserstelle bleibt immer.
Welpe, Senior oder Mops?
Welpen: nur ganz kurze Einheiten, der alte Napf bleibt lange. Senioren: rutschfeste Matte, nicht tief beugen lassen. Flache Nasen: Kommt er nicht ans Wasser, ohne die Nase einzutauchen, schreib uns.
Und wenn es nach sechs Wochen nicht klappt?
Dann passt es nicht. Das ist selten, aber es gibt das. Dafür hast du 60 Tage Akzeptanz-Garantie. Du schickst ihn zurück und bekommst dein Geld.
Dein Hund war die ganze Zeit versorgt. Der Napf war nie weg.
Wir helfen dir vorher. Schick uns ein kurzes Video von deinem Hund am Brunnen. Wir schauen persönlich drauf und sagen dir, was wir sehen.